Glyka Nera auf Kreta: Süßwasserquellen treffen auf das türkisfarbene Libysche Meer, Kiesstrand und die Taverne Mermaid Island. Wandere auf dem E4 oder komm mit dem Boot.
Glyka Nera, griechisch für „süße Wasser“, ist ein atemberaubender Strand im Süden Kretas am tiefblauen Libyschen Meer. Seinen Namen hat er von den Süßwasserquellen, die am Ufer sprudeln und eine einzigartige Mischung aus Süß- und Salzwasser schaffen. Versteckt an den Hängen von Sfakia, wirkt der Strand noch schöner; das Süßwasser kommt aus dem Gebirge von Sfakia, dessen Felswände bis zu 500 Meter über dem Strand aufragen.

Glyka Nera ist ein abgeschiedener Strand zwischen Sfakia (4 km westlich) und dem Dorf Loutro, 77 km südlich von Chania. Erreichbar ist er nur per Boot oder über einen Pfad für erfahrene Wanderer, denn der Weg hat anspruchsvolle Abschnitte. Wer sich die Mühe macht, wird mit einem traumhaften Strand belohnt. 2003 kürte die Londoner Times ihn zu einem der 20 besten Strände Europas – obwohl solche Listen meist leichter erreichbare Strände bevorzugen.





Der Strand ist mit weißem Kies bedeckt und organisiert: Schirme und Liegen kosten Gebühr. Es gibt aber auch viel freien Platz für eigene Schirme und Matten. Am Ostende ist FKK erlaubt, und weiter hinten spenden Tamarisken viel natürlichen Schatten – freie Plätze zu finden, kann allerdings schwierig sein.
Das Wasser in Glyka Nera ist wirklich traumhaft und dank der geschützten Lage fast immer ruhig. Es schimmert in vielen Blautönen, überwiegend dunkelblau, ist tief und kristallklar. Die Süßwasserquellen machen das Meer hier kühler als üblich und weniger salzig. Die Quellen am Ufer dienen zudem als natürliche Duschen, um nach dem Baden das Salz abzuspülen. Nimm unbedingt eine Taucherbrille mit: Der felsige Meeresgrund ist spannend und voller Fische.






Ein weiteres Highlight ist Mermaid Island, eine kleine Taverne auf einem Felsen am Westende des Strandes. Ein Steg verbindet sie mit dem Strand; die Auswahl ist klein, aber fein: frisch gegrillter Fisch, Pitas, Hähnchen-Souvlaki, Steak, frisch geschnittene Pommes, hausgemachte Zucchinipuffer, Kaffee und Eis. In der Hochsaison ist ein freier Tisch schwer zu ergattern – etwas Geduld ist gefragt.
Nach Glyka Nera kommst du mit dem Boot oder zu Fuß auf dem europäischen Fernwanderweg E4, der 2,5 km von Sfakia an der Straße Richtung Anopoli beginnt. Die Wanderung dauert 35 bis 40 Minuten und ist für erfahrene, fitte Wanderer gedacht – mit Hut, gutem Sonnenschutz, Wasser (auch für den Rückweg) und festen Sportschuhen. Wandererfahrung ist nötig, denn der Weg ist nur mit schwarz-gelben Zeichen auf den Felsen markiert. Die gleiche Route geht auch ab Loutro, ist aber länger und anspruchsvoller, dauert etwa eine Stunde und erfordert noch mehr Erfahrung. Wenn du nicht schwindelfrei bist, solltest du die längere Route ab Loutro meiden, denn ein Abschnitt führt an einer Klippenkante entlang. Insgesamt ist ein Besuch in Glyka Nera ein Abenteuer und ein Genuss für alle, die auf Kreta einen besonderen, abgeschiedenen Strand suchen.
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